BME Jahrbuch Einkauf 2026: Praxiswissen und mein Beitrag als Autor!
Der professionelle Einkauf befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Geopolitische Unsicherheiten, volatile Märkte, neue regulatorische Anforderungen, steigende Nachhaltigkeitserwartungen und die zunehmende Digitalisierung verändern die Anforderungen an Einkaufsorganisationen grundlegend.
Einkauf bedeutet heute längst mehr als die Sicherstellung von Verfügbarkeit und die Verhandlung wettbewerbsfähiger Preise. Moderne Einkaufsorganisationen müssen Risiken frühzeitig erkennen, Prozesse effizient gestalten, regulatorische Anforderungen beherrschen, digitale Möglichkeiten nutzen und gleichzeitig einen messbaren Beitrag zur strategischen Entwicklung des Unternehmens leisten.
Genau an dieser Stelle setzt das neue „Jahrbuch Einkauf 2026“ an.

Ich freue mich sehr, als Autor Teil dieses Fachprojekts zu sein und meine Erfahrungen aus vielen Jahren operativer und strategischer Einkaufspraxis in das Werk eingebracht zu haben.
Ein gemeinsames Fachprojekt für die Einkaufspraxis
Das „Jahrbuch Einkauf 2026“ ist in Zusammenarbeit zwischen dem Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME) und dem FORUM VERLAG HERKERT entstanden.
Das Ziel des Jahrbuchs ist klar: Einkaufsverantwortlichen soll kein abstraktes Theoriewerk, sondern eine fundierte und zugleich praxisorientierte Wissensgrundlage zur Verfügung gestellt werden.
Das Werk bündelt aktuelle Entwicklungen, fachliche Einordnungen, konkrete Handlungsempfehlungen und praktische Erfahrungen zu den zentralen Themen, die den Einkauf im Jahr 2026 und darüber hinaus beschäftigen.
Für mich war gerade dieser Praxisanspruch ein wesentlicher Grund, mich als Autor an dem Projekt zu beteiligen. Denn gute Fachliteratur im Einkauf muss aus meiner Sicht mehr leisten, als Entwicklungen lediglich zu beschreiben. Sie sollte Zusammenhänge verständlich machen, Orientierung geben und vor allem dabei helfen, Erkenntnisse in die betriebliche Praxis zu übertragen.
Die zentralen Themen des Jahrbuchs
Das „Jahrbuch Einkauf 2026“ bildet ein außergewöhnlich breites Themenspektrum ab und betrachtet den Einkauf in seiner gesamten strategischen und operativen Dimension.
1. Ausblick und Trends
Der erste Themenbereich widmet sich den globalen Entwicklungen im Einkauf 2025 und 2026 sowie den geopolitischen Herausforderungen und dem professionellen Risikomanagement.
Gerade die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass Einkaufsorganisationen externe Entwicklungen sehr viel stärker als früher in ihre Entscheidungen einbeziehen müssen. Politische Konflikte, Handelsbeschränkungen, Lieferkettenstörungen, Energiepreise und volatile Rohstoffmärkte können unmittelbare Auswirkungen auf Beschaffungskosten und Versorgungssicherheit haben.
2. Nachhaltiger Einkauf und ESG
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem nachhaltigen Einkauf. Behandelt werden unter anderem gesetzliche Rahmenbedingungen, regulatorische Anforderungen, Compliance-Aspekte, die Nachhaltigkeitsbewertung von Lieferanten sowie nachhaltige Beschaffungsstrategien.
Auch Transparenz und Reporting – beispielsweise im Zusammenhang mit Scope-3-Emissionen – gewinnen für den Einkauf zunehmend an Bedeutung.
3. Digitalisierung und digitale Innovationen
Die Digitalisierung verändert Einkaufsorganisationen nachhaltig. Das Jahrbuch beschäftigt sich deshalb mit dem Stand der Digitalisierung, E-Procurement, Supplier-Relationship-Management-Systemen, digitalen Marktplätzen sowie dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz und Machine Learning.
Ergänzt werden diese Themen durch Beiträge zu Blockchain, Automatisierung und smarten Verträgen.
4. Recht und Compliance
Professioneller Einkauf bewegt sich stets innerhalb eines anspruchsvollen rechtlichen Rahmens. Das Jahrbuch greift aktuelle Entwicklungen im Einkaufsrecht ebenso auf wie Datenschutz, Datensicherheit, Vertragsmanagement, Haftungsfragen und Korruptionsprävention.
5. Strategischer Einkauf und Lieferantenmanagement
Der strategische Einkauf bleibt eine der zentralen Säulen leistungsfähiger Beschaffungsorganisationen. Thematisiert werden unter anderem Lieferantenentwicklung und Lieferantenbewertung, Lieferantenintegration, Innovationsmanagement, strategisches Sourcing sowie internationale Verhandlungen und Vertragsgestaltung.
Mein Beitrag: Operativer Einkauf und Prozessoptimierung
Mein eigener Autorenbeitrag ist dem Kapitel 6 „Operativer Einkauf & Prozessoptimierung“ zugeordnet.
Dieser Themenbereich umfasst drei zentrale Handlungsfelder:
6.1 Purchase-to-Pay-Prozesse effizient gestalten
6.2 Maverick Buying vermeiden
6.3 Kennzahlen und Dashboards in Echtzeit
Diese Themen sind aus meiner Sicht für moderne Einkaufsorganisationen von besonderer Bedeutung.
Denn strategische Konzepte entfalten nur dann einen nachhaltigen Wert, wenn auch die operativen Prozesse funktionieren.
Ein leistungsfähiger Einkauf benötigt klare Abläufe, eindeutige Verantwortlichkeiten, transparente Beschaffungswege und eine belastbare Datenbasis. Unnötige Prozessschritte, Medienbrüche, unklare Freigaben oder Beschaffungen außerhalb definierter Einkaufsprozesse verursachen nicht nur zusätzlichen Aufwand. Sie reduzieren auch Transparenz, Verhandlungsmacht und Steuerungsfähigkeit.
Effiziente Purchase-to-Pay-Prozesse
Der Purchase-to-Pay-Prozess bildet einen wesentlichen Teil der operativen Wertschöpfung im Einkauf ab. Von der Bedarfsmeldung über Bestellung und Wareneingang bis zur Rechnungsprüfung greifen zahlreiche Prozessschritte ineinander.
Die Qualität dieser Abläufe entscheidet wesentlich darüber, wie effizient eine Einkaufsorganisation arbeitet.
In der Praxis geht es deshalb unter anderem um folgende Fragen:
- Sind Beschaffungsprozesse eindeutig definiert?
- Sind Zuständigkeiten und Freigabewege klar?
- Wo entstehen Medienbrüche?
- Welche Tätigkeiten können standardisiert oder automatisiert werden?
- Wie lassen sich Durchlaufzeiten und administrative Aufwände reduzieren?
- Welche Daten werden für eine professionelle Steuerung benötigt?
Prozessoptimierung bedeutet dabei nicht, Digitalisierung zum Selbstzweck zu betreiben. Entscheidend ist vielmehr, Prozesse zunächst kritisch zu analysieren und anschließend dort zu vereinfachen, zu standardisieren und zu digitalisieren, wo ein tatsächlicher Mehrwert entsteht.
Maverick Buying vermeiden
Beschaffungen außerhalb definierter Einkaufsprozesse gehören zu den klassischen Herausforderungen vieler Unternehmen.
Maverick Buying kann zahlreiche Ursachen haben: unklare Zuständigkeiten, fehlende Rahmenverträge, zu komplexe Bestellprozesse, mangelnde Akzeptanz oder schlicht fehlende Transparenz.
Die Folgen sind erheblich. Einkaufsvolumen werden fragmentiert, verhandelte Konditionen nicht genutzt und die Transparenz über tatsächliche Bedarfe geht verloren.
Eine wirksame Reduzierung von Maverick Buying erfordert deshalb mehr als Verbote oder zusätzliche Kontrollen. Notwendig sind praktikable Prozesse, klare Verantwortlichkeiten, verständliche Regeln und eine enge Zusammenarbeit mit den internen Bedarfsträgern.
Ein guter Einkaufsprozess muss nicht nur regelkonform sein. Er muss auch funktionieren.
Kennzahlen und Dashboards als Grundlage professioneller Steuerung
Was nicht transparent ist, lässt sich nur schwer steuern.
Kennzahlen und Dashboards schaffen die notwendige Grundlage, um Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, Maßnahmen zu bewerten und Entscheidungen auf belastbare Daten zu stützen.
Dabei geht es nicht darum, möglichst viele Kennzahlen zu erheben. Entscheidend ist die Auswahl der richtigen Steuerungsgrößen.
Je nach Organisation können dazu beispielsweise gehören:
- Einkaufsvolumen,
- realisierte Einsparungen,
- Vertragsabdeckungsquoten,
- Bestell- und Prozessdurchlaufzeiten,
- Lieferperformance,
- Reklamationsquoten,
- Maverick-Buying-Anteile,
- Lieferantenbewertungen oder
- weitere operative und strategische Leistungsindikatoren.
Moderne Dashboards können diese Informationen verdichten und Führungskräften sowie Einkaufsverantwortlichen einen schnellen Überblick über relevante Entwicklungen ermöglichen.
Der entscheidende Punkt bleibt jedoch: Daten allein schaffen noch keinen Mehrwert. Erst ihre richtige Interpretation und die daraus abgeleiteten Maßnahmen machen aus Kennzahlen ein wirksames Steuerungsinstrument.
Supply Chain Management als weiterer Schwerpunkt
Das abschließende Kapitel des Jahrbuchs beschäftigt sich mit dem Supply Chain Management.
Im Mittelpunkt stehen Transparenz in der Lieferkette, Risiko- und Krisenmanagement, Engpass- und Resilienzstrategien sowie Green Logistics und umweltfreundliche Transportlösungen.
Damit schließt sich der thematische Kreis: Moderner Einkauf kann heute nicht mehr isoliert betrachtet werden. Beschaffung, Lieferantenmanagement, Logistik, Risikomanagement, Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind zunehmend miteinander verbunden.
Für wen eignet sich das Jahrbuch?
Das „Jahrbuch Einkauf 2026“ richtet sich insbesondere an:
- Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer,
- Einkaufsleiterinnen und Einkaufsleiter,
- Supply-Chain-Managerinnen und -Manager,
- Führungskräfte in Einkauf, Logistik und Materialwirtschaft,
- Unternehmensberatungen sowie
- Fach- und Führungskräfte, die Beschaffungsorganisationen weiterentwickeln möchten.
Der besondere Nutzen liegt aus meiner Sicht in der Verbindung unterschiedlicher Perspektiven.
Das Jahrbuch betrachtet nicht nur einzelne Spezialthemen, sondern führt strategische, operative, rechtliche, technologische und nachhaltigkeitsbezogene Fragestellungen zusammen.
Damit eignet es sich sowohl als Nachschlagewerk für konkrete Fragestellungen als auch als Impulsgeber für die systematische Weiterentwicklung von Einkaufsorganisationen.
Warum ich mich über meine Mitwirkung besonders freue
Nach vielen Jahren beruflicher Praxis im Einkauf ist es für mich immer wieder eine besondere Aufgabe, Erfahrungen nicht nur anzuwenden, sondern auch strukturiert weiterzugeben.
Fachlicher Austausch lebt davon, Wissen zu teilen, Erfahrungen kritisch zu reflektieren und unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen.
Die Mitwirkung am „Jahrbuch Einkauf 2026“ war für mich deshalb eine sehr interessante Gelegenheit, praktische Erfahrungen aus dem operativen und strategischen Einkauf in ein übergreifendes Fachprojekt einzubringen.
Ich freue mich, mit meinem Beitrag zum Kapitel „Operativer Einkauf & Prozessoptimierung“ Teil dieses Gemeinschaftswerks zu sein.
Bezugsquellen und weitere Informationen
Das „Jahrbuch Einkauf 2026“ ist beim FORUM VERLAG HERKERT erhältlich.
Titel: Jahrbuch Einkauf 2026
Themenschwerpunkte: Einkauf, Beschaffung, Lieferantenmanagement, Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Recht, Prozessoptimierung und Supply Chain Management
Mein Autorenbeitrag: Kapitel 6 – Operativer Einkauf & Prozessoptimierung
Verlag: FORUM VERLAG HERKERT
In Zusammenarbeit mit: Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V. (BME)
Das Werk ist je nach gewählter Ausgabe als Printausgabe beziehungsweise als Premium-Ausgabe mit zusätzlichen digitalen Bestandteilen erhältlich.
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten finden sich direkt beim FORUM VERLAG HERKERT sowie über den BME.
Fazit
Die Anforderungen an den Einkauf werden nicht geringer. Im Gegenteil: Die Funktion entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Schnittstelle zwischen Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit, Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Risikomanagement.
Das „Jahrbuch Einkauf 2026“ greift diese Entwicklung auf und verbindet aktuelles Fachwissen mit konkreter Orientierung für die betriebliche Praxis.
Ich freue mich sehr, als Autor an diesem Projekt mitgewirkt zu haben und mit meinem Beitrag zu operativem Einkauf und Prozessoptimierung einen Teil dieses umfassenden Fachwerks gestaltet zu haben.
Denn eines bleibt auch in Zeiten von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz und zunehmender Automatisierung unverändert:
Ein leistungsfähiger Einkauf entsteht dort, wo Strategie, Prozesse, Daten und Menschen sinnvoll zusammenwirken.
