THG-Prämie im Unternehmen: Einfacher Hebel für zusätzliche Erlöse im Fuhrpark
Die Elektrifizierung von Fahrzeugflotten ist längst nicht mehr nur eine Frage von Nachhaltigkeit und Image, sondern zunehmend auch ein wirtschaftlicher Faktor. Neben reduzierten Betriebskosten und steuerlichen Vorteilen existiert ein oft unterschätzter zusätzlicher Hebel: die sogenannte THG-Prämie.
Was steckt hinter der THG-Prämie?
Die THG-Prämie basiert auf der gesetzlichen Verpflichtung zur Reduktion von Treibhausgasemissionen. Unternehmen, die Elektrofahrzeuge betreiben, leisten hierzu einen messbaren Beitrag. Diese CO₂-Einsparungen können über spezialisierte Anbieter gebündelt und an quotenverpflichtete Unternehmen verkauft werden.
Das Ergebnis: eine jährliche monetäre Vergütung für jedes vollelektrische Fahrzeug im Bestand.
Relevanz für den Einkauf und die Organisation
Für den Einkauf ergibt sich hier ein klassisches Beispiel für „versteckte Wertpotenziale“, die außerhalb der klassischen Preisverhandlung liegen. Die THG-Prämie ist:
- ohne Investition nutzbar
- administrativ minimal aufwendig
- jährlich wiederkehrend
- skalierbar mit wachsender Flotte
Damit handelt es sich faktisch um einen risikofreien Zusatznutzen im Rahmen der bestehenden Mobilitätsstrategie.
Operative Umsetzung: Einfacher als gedacht
Die Beantragung erfolgt über Plattformanbieter wie Check24 oder vergleichbare Dienstleister.
Der Prozess ist bewusst niedrigschwellig gestaltet:
- Upload des Fahrzeugscheins (Zulassungsbescheinigung Teil I)
- Auswahl eines Anbieters
- Optional: Aktivierung einer automatischen jährlichen Beantragung
- Auszahlung nach erfolgreicher Zertifizierung
Der gesamte Vorgang dauert in der Praxis nur wenige Minuten pro Fahrzeug – ein klassischer „Low Effort / High Impact“-Case.
Wirtschaftliche Einordnung
Die Höhe der Prämie unterliegt Marktschwankungen, bewegt sich aktuell jedoch typischerweise im Bereich von:
- ca. 250 bis 350 Euro pro Fahrzeug und Jahr
Für Unternehmen mit mehreren Elektrofahrzeugen entsteht damit ein nicht zu vernachlässigender zusätzlicher Ergebnisbeitrag – insbesondere, da keinerlei operative Mehrkosten entstehen.
Strategische Perspektive
Aus Sicht einer strukturierten Einkaufsorganisation ist die THG-Prämie mehr als nur ein „Bonus“: Sie zeigt exemplarisch, wie wichtig es ist, Nebenwerte systematisch zu identifizieren und zu monetarisieren. Typische Fragestellungen, die sich daraus ableiten:
- Welche weiteren „unsichtbaren Erlösquellen“ existieren im Unternehmen?
- Sind solche Themen klar im Verantwortungsbereich des Einkaufs verankert?
- Werden diese Potenziale systematisch gehoben oder dem Zufall überlassen?
Gerade in Zeiten steigender Kostenstrukturen ist dies kein Detailthema mehr, sondern Teil einer modernen, wertorientierten Steuerung.
Fazit
Die THG-Prämie ist ein Paradebeispiel für pragmatische Wirtschaftlichkeit:
- minimaler Aufwand
- sofortige Wirkung
- jährlich wiederkehrender Nutzen
Unternehmen mit elektrischen Fahrzeugflotten sollten dieses Instrument konsequent nutzen – idealerweise standardisiert und automatisiert. Denn strukturell gedacht gilt auch hier: Wert entsteht nicht nur durch Verhandlung, sondern durch systematisches Erkennen und Nutzen vorhandener Möglichkeiten.
