Nach Corona – in der Rezession – Eckpunkte und Meilensteine für den Einkauf


Im Bereich der PSA-Beschaffungsoptionen (Persönliche Schutzausstattung) berichteten wir ausführlich und regelmäßig über Trends, Lieferantenquellen und Preisentwicklungen.

Im heutigen Exkurs soll es breitgefächert darum gehen, sich als Einkaufsteam darauf vorzubereiten, was die Rezession an Aufgabenschwerpunkten für versierte Einkäufer liefern wird.

Logischerweise sollte man nun im Einkauf seine größten Kostentreiber und Kostenschwerpunkte kennen, um gezielt kurz- bis mittelfristig auf Margenverbesserungen eingehen zu können.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass man in Zeiten von schwächeren Vertriebsabsätzen gezielt vom Einkauf fordern wird, weiterhin die lfd. Kosten zu analysieren und zu optimieren.

Wer nun bereits seine „Hausaufgaben“ gemacht hat und alle Leistungsbereiche ausführlich analysiert, ist bereits gut aufgestellt, um den baldigen erweiteren Anforderungen im Einkauf begegnen zu können.

Prozesse, Aufgabenorganisation, Materialeinsätze, Lagermengen, Zahlungsbedingungen, alternative Bezugsquellen ohne Qualitätsverlust am Material, Teamstrukturen, allgemeine Cashflow-Optimierung,
Personaleinsätze, Standardisierung von Produkten, Lagerkosten,
Bedarfsplanungsoptimierungen und vieles mehr wird bald noch intensiver in den Fokus des versierten Einkäufers dringen. Es sind wichtige Stellschrauben zur Kostenreduktion und zur allgemeinen Leistungsoptimierung einer Unternehmung.

Ebenso wird in produzierenden Unternehmungen vermehrt darauf geachtet werden, Maschinen- und Anlagenstillstände zu reduzieren und Lager- bzw. Materialkosten spürbar zu senken.

Auch Überproduktionen ohne reale zeitnahe Absatzmöglichkeiten belasten ein Wirtschaftsunternehmen direkt und indirekt.

Erweiterte Reportingpflichten, abteilungsbezogene Prozess- und Ablaufoptimierung, Risikomanagementaufbau als auch eine regelmäßige Lieferantenbewertung und Lieferantenentwicklung werden kurzfristige Grundpfeiler einer modernen Einkaufsmannschaft sein.

Leider zeigt die temporäre Corona-Krise mit einer spürbaren Rezession für die Wirtschaft nicht nur gesundheitliche Probleme für Menschen auf, sondern bedroht direkt und indirekt auch zahlreiche Unternehmen, da wichtige Lieferketten kurz- bis mittelfristig gestört werden.

Neben der wichtigen Automobilindustrie zeigen auch zahlreiche Rohstoffmärkte bereits jetzt Störungen in der geregelten Abnahmestruktur. Enorme Preisschwankungen und atypische Marktbewegungen unterstreichen die ersten Auswirkungen am allgemeinen Rohstoffmarkt.

Wie Sie sehen, es gibt viel zu tun, allerdings liegt in der aktuellen Phase auch ein Höchstmaß an Chancen: U.a. die Chance auf nachhaltige Restrukturierung, auf Optimierung der Teamdynamik und Abteilungsstruktur und final auch der nachhaltige Leistungsbeweis für versierte Einkäufer, zeigen zu können, ob man sein „Handwerk“
beherrscht und ein echter Profi in seinem beruflichen Wirkungsfeld Einkauf ist.

Viel Erfolg, alles Gute und weiterhin beste Gesundheit!